27.05.2016
15:13
 

Deutsche Bank Hauptversammlung - 46,4 Prozent für Sonderprüfungsantrag

Eine gewisse Aufregung war AR-Chef Paul Achleitner schon bei seiner Eröffnungsrede anzumerken mit der er die rund 5.400 in der Frankfurter Festhalle versammelten HV-Besucher begrüßte. Wie genau diese Worte einzuordnen sind - ist auch unter Teilnehmern noch etwas unklar - die Bewertungen reichen dabei von einer Rechtfertigungsrede, einer verfrühten Bewerbung für eine erneute Kandidatur zum ARV im kommenden Jahr bis hin zu einer Abschiedsrede. Achleitner verteidigte die Entscheidung den Vorstand erst im vergangenen Jahr mit der Berufung von John Cryan zum neuen CEO umgebaut zu haben, ebenso wie das Ausscheiden von Georg Thoma aus dem AR und kritisierte die teilweise heftige anonyme Kritik gegenüber dem Aufsichtsrat.

Dass die Rede offenkundig bei weitem nicht die Erwartungshaltung des Auditoriums getroffen hat, bringt die Feststellung des bekannten kritischen Aktionärs Karl-Walter Freitag aus Köln pointiert auf den Punkt, der in Richtung Achleitner feststellte - "Sie sollen hier nicht rumjammern, sondern das Unternehmen nach vorne bringen".

Das ein Neuanfang dringend nötig ist - und die Aktionäre offenkundig die Geduld insbesondere auch mit dem Aufsichtsrat verlieren - zeigen die Abstimmungsergebnisse. So kassierten Achleitner & Co. nicht nur bei dem von Kontrollgremium vorgelegten Vergütungssystem der Vorstandsmitglieder eine Abfuhr der Aktionäre, sondern sind bei einem der von der Aktionärin Lampatz gestellten Sonderprüfungsanträge nur haarscharf an einer weiteren peinlichen Schlappe vorbeigeschrammt.

Es dürfte wohl einmalig bei einer Publikumsgesellschaft aus dem DAX sein, dass 46,4 Prozent des Aktionariats für eine unabhängige Sonderprüfung zur Ermittlung und möglichen Geltendmachung von Ersatzansprüchen gegen aktuelle und frühere Organmitglieder stimmen. Ein solches Ergebnis - auch wenn es knapp die Mehrheit verfehlt hat - wird sich auf Dauer nicht ignorieren lassen und zeigt wie tief das Mißtrauen der Investoren gegenüber den Verlautbarungen der Deutschen Bank inzwischen geworden ist.

Zur Erinnerung - im vergangenen Jahr erhielten Fitschen und Jain bei der Vorstandsentlastung nur Quoten um die 60 Prozent und waren nach wenigen Wochen nicht mehr an der Spitze des Unternehmens zu halten. Alles andere als ein Vertrauensbeweis sind auch die Ergebnisse bei der Entlastung. Hier liegen die Werte der meisten Aufsichtsräte und der ausgeschiedenen Vorstände bei lediglich etwas über 86 Prozent - und damit in den meisten Fällen nochmals gut 4 Prozentpunkte unter den schon schwachen Vorjahreswerten - ein weiteres Zeichen dafür, dass die Anteilseigner ein einfaches "weiter so" nicht mehr akzeptieren wollen und werden.

Mit guten "Haltungsnoten" und einer in sehr gutem Deutsch vorgetragenen Rede überzeugte indes der neue Deutsche Bank Chef John Cryan, der nach dem Ausscheiden von Jürgen Fitschen mit Ablauf der Hauptversammlung nun den Branchenprimus alleine führen wird. Trotz der Vielzahl noch bestehender Baustellen stellte Cryan fest - der nach eigenen Angaben nicht zur Euphorie neigt - "Wir sind besser als unser Ruf. Viel besser sogar!". Zudem will er Kunden, Kapitalmärkte und Öffentlichkeit mit einer Rückbesinnung auf die Tugenden "Fleiß, Ehrlichkeit, Gründlichkeit und Vertrauen" setzen, die einst für die Deutsche Bank gestanden haben.

An diesem Punkt liegt Cryan gar nicht so weit auseinander mit Rechtsanwalt Dr. Oliver Krauß aus München, der die Sonderprüfungsanträge der Aktionärin Lampatz erläuterte und diese als notwendige Voraussetzung für einen "ehrlichen und erstgemeinten Neuanfang" bezeichnete. Anhaltenden Applaus bekam er auch für die Erinnerung an den früheren Vorstandssprecher Alfred Herrhausen und dessen Credo "Wir müssen das, was wir denken, auch sagen. Wir müssen das, was wir sagen, auch tun. Und wir müssen das, was wir tun, dann auch sein."

Vielleicht erinnern sich die aktuellen Aufsichtsräte und insbesondere auch deren Chef Achleitner auch noch eines anderen Herrhausen-Zitates, der einst treffend feststellte -"man kann auf Dauer Produkte nur verkaufen, wenn man einen guten Ruf hat" - und ziehen daraus die entsprechenden - auch persönlichen Konsequenzen um eine wirkliche Chance auf einen Neuanfang zu ermöglichen.

Alexander Langhorst

25.04.2016
12:48
 

freenet AG | der falsche Schweizer

Als die freenet AG, Büdelsdorf (ISIN: DE000A0Z2ZZ5), Ihre Beteiligung am Schweizer Mobilfunker Sunrise bekannt gab, reagierte die Börse verschnupft. Orientierungslos wirkte so mancher Marktteilnehmer und Kommentator auf deutscher, wie auf Schweizer Seite – kannte doch offenbar kaum einer den jeweils im Nachbarland aktiven Marktteilnehmer. Außerdem wurde dies- und jenseits der Grenze die Sinnhaftigkeit der Transaktion in Frage gestellt.

Bei five-alive hatten wir schon vor geraumer Zeit das Thema „freenet und die Schweiz“ beleuchtet, was u.a. auch den Lesern vonBoersengefluester.de oder FinanzNachrichten.de bei ihren Anlageentscheidungen zu Gute kam, uns aber zu anderen Konstellationen führte.

Wie schon in früheren Betrachtungen hervorgehoben, hielten wir zwar immer einen Schritt von freenet in die Schweiz für konsequent, hatten dabei aber stets die mobilezone AG im Auge gehabt, da diese inhaltlich als Retailer besser zu freenet passte, als ein reiner Mobilfunker mit eigenem Mobilfunknetz.

Aber der Reihe nach: Laut Pressemeldung vom 17.03.2016übernimmt freenet von der Beteiligungsgesellschaft CVC Capital Partners für gut 780 Mio. Schweizer Franken (ca. 717 Mio. EUR) rund 23,8 Prozent an der Sunrise Communications Group AG(Sunrise), Schweiz. Eine Option auf weitere 0,7% der Sunrise Aktien kann später eingelöst werden.

Sunrise (ISIN: CH0267291224) ist mit über drei Millionen Kunden der größte private Telekommunikationsanbieter in der Schweiz bzw. der zweitgrößte hinter der staatlich kontrollierten Swisscom. Die Marktkapitalisierung von Sunrise beläuft sich auf rund 2,5 Mrd. Euro, gegenüber 3,4 Mrd. Euro bei freenet. Zum Vergleich, die Schweizer mobilezone kommt auf nur 400 Mio. Euro.

Traumpartner aus unserer Sicht wäre die mobilezone AG (vgl.„mobilezone | die schweizer freenet?“) gewesen, da diese, wie freenet, hauptsächlich als Verkäufer von Mobilfunkverträgen anderer Netzbetreiber tätig ist, und Hardware in Sachen Smartphone und Smart-Home vertreibt.

Sunrise hingegen ist ein reiner Mobilfunkanbieter mit eigenem Mobilfunk- und Vertriebsnetz. Demnach wandelt sich freenet de facto gerade vom virtuellen zum realen Netzbetreiber. Inwiefern das gewollt ist, bleibt abzuwarten. Bisher gibt freenet jedenfalls rein finanzielle Gründe für den Einstieg bei Sunrise an.

Sunrise soll Stärkung für EBITDA und Free Cash-Flow bringen – das sieht der Markt aber offensichtlich anders, zumal es andere Wege zu diesem Ziel gegeben hätte. Investoren fürchten jetzt eher, das im Gegenteil, die Finanzierung der Sunrise-Beteiligung den finanziellen Spielraum einengen wird und die Möglichkeit für weiter steigende Dividenden einengt. Diese Sichtweise, und die Irritationen rund um die Strategie dürften die Ursachen für den jüngsten Kursrutsch gewesen sein.

Ob freenet wirklich ein eigenes Mobilfunknetz betreiben möchte bleibt vorerst offen. Zwar wurde schon beim Zusammenschluss von ePlus und Okolportiert, freenet hätte es verschlafen, sich um die frei werdenden Netzteile von O2 zu bewerben, welche der Telefonica-Ableger im Rahmen der Fusion abgeben musste. Nachweisen ließ sich dies jedoch nie. Vielleicht war es wirklich reines Desinteresse. Die Mobilfunklizenzen landeten dann bekanntlich bei Rivalen Drillisch.

Eine andere Lesart der Transaktion brachte die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) ins Spiel. Demnach könnte freenet nur am Vertriebsnetz der Schweizer interessiert sein und würde das Mobilfunknetz später z.B. an den Schweizer Kabelbetreiber UPC Cablecom weitergeben, was auch die Aufsichtsbehörden begrüßen dürften, blieben in diesem Falle doch drei Mobilefunkanbieter am Schweizer Markt erhalten.

freenet selber würde dann über das Sunrise-Vertriebsnetz seine Smart-Home und Samrtphone Produkte vertreiben, vielleicht auch als Verkäufer von Mobilfunkverträgen für die Schweizer Mobilfunknetzbetreiber agieren, und somit in direkten Konkurrenz zur Schweizer mobilezone treten, welche derzeit den Schweizer Markt dominiert. Schade nur, dass Christoph Vilanek, CEO der freenet AG, „Spekulationen, Sunrise könnte ihr Mobilfunknetz verkaufen und damit künftig ein ähnliches Geschäftsmodell verfolgen wie der neue Großaktionär“ nicht kommentieren wollte, wie „Finanz und Wirtschaft“ schreibt. Allerdings sieht Vilanek im selben Interview „…noch Potenzial auf der Vertriebsseite», was wieder Raum für obige Spekulationen lässt.

Insofern bleibt die Frage, ob sich ein Engagement bei mobilezone, wie von five-alive favorisiert, für freenet aus strategischer Sicht nicht eher gelohnt hätte. Aus finanzieller Sicht auf alle Fälle, denn mit 400 Mio. Euro Marktkapitalisierung wäre mobilezone als Ganzes nur halb so teuer gewesen, wie ein Viertel von Sunrise.

Letztendlich könnte jetzt aber United Internet noch den mobilezone Joker spielen und ebenfalls den Schweizer Markt für sich entdecken. Bisher ist die freenet AG aber „allein“ in der Schweiz und hat dort gerade ihren Einfluss durch den Einzug von freenet-CEO Christoph Vilanek und Finanzchef Joachim Preisig in den Sunrise Verwaltungsrat manifestiert.

Bleibt festzustellen, dass aus unserer Sicht seitens freenet etwas wenig Investor Relations betrieben wird, um den Kurs der Aktie zu stützen oder wenigstens die umstrittene Sunrise Beteiligung am Kapitalmarkt besser zu erklären. Denn egal ob renditeträchtiges Finanzinvestment oder Expansion in die Schweiz – die Verunsicherung ist nachvollziehbar, der Kursabschlag aber aus unserer Sicht klar überzogen, da beides mittelfristig Früchte tragen sollte.

—–

Karsten Koos ist Vorstand der five-alive AG, Social Trader auf wikifolio.com und über das Family Office "five-alive" Anteilseigner der GSC Holding AG.

Der hier angebotene Beitrag dient ausschließlich der Information und stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Er ist weder explizit noch implizit als Zusicherung einer bestimmten Kursentwicklung der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren birgt Risiken, die zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die Informationen ersetzen keine, auf die individuellen Bedürfnisse ausgerichtete, fachkundige Anlageberatung. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden wird weder ausdrücklich noch stillschweigend übernommen.

Der Autor, oder ihm nahestehende Personen oder Institutionen halten derzeit Aktien der oben genannten Unternehmen oder planen ggf. entsprechende Transaktionen in den nächsten 48 Stunden.

06.04.2016
16:06
 

GoingPublic | Sondereffekt erhöht Gewinn und Dividende

Die GoingPublic Media AG, München, veröffentlicht anlässlich der 58. m:accessAnalystenkonferenz am 17.03.2016 ihre vorläufigen Zahlen zum Geschäftsjahr 2015. Während der Umsatz um 5,5 Prozent auf 2,77 Mio. Euro zulegte, stieg das Ergebnis auf Ebene EBITDA in der AG um stolze 56 Prozent, von 150 TEUR in 2014 auf 234 TEUR im Geschäftsjahr 2015. Der Jahresüberschuss stieg im selben Zeitraum von 27 TEUR auf 124 TEUR in der AG.

Da die einzelnen Publikationen bzw. Konzerntöchter wie Smart Investor Media GmbH (Beteiligungsquote: 90%), oder die „DIE STIFTUNG“ Media GmbH (Beteiligungsquote: 100%) rückläufige Gewinne, respektive sogar Verluste ausweisen, kann man davon ausgehen, dass der kräftige Gewinnanstieg in der AG auf einen Sondereffekt aus dem Verkauf der BondGuide Media GmbHzurückzuführen ist, zu dessen Verkaufserlösen seinerzeit keine Angaben gemacht wurden (s. Blogbeitrag v. 10.02.2016).

Im Einzelnen wurde für die Smart Investor Media GmbH ein Umsatzanstieg von 3,6 Prozent auf 740 TEUR und ein rückläufiger Jahresüberschuss vor Steuern von 101 TEUR (Vj. 113 TEUR) gemeldet. Die „DIE STIFTUNG“ Media GmbH musste erstmals, bedingt durch einen zehnprozentigen Umsatzrückgang auf rund 780 TEUR, einen Verlust in Höhe von 18 TEUR (Vj. +93 TEUR) hinnehmen.

Das Konzernergebnis konnte bei nahezu gleichbleibenden Umsätzen von ca. 4.2 Mio. Euro, entsprechend der GoingPublic Meida AG auch auf Konzernebene kräftig zulegen und wird mit 124 TEUR (Vj. 19 TEUR) ausgewiesen. Die liquiden Mittel beliefen sich zum Bilanzstichtag laut GoingPublic auf 580 TEUR deutlich unter den Vorjahreswert von 647 TEUR. Der Vorstand schlägt trotz rückläufiger Barmittel eine Dividendenerhöhung um 50% von 0,10 auf 0,15 Euro vor. Das entspricht beim derzeitigen Kurs von rund 3,00 Euro einer Dividendenrendite von satten fünf Prozent.

Dass die Dividende nicht schon im Vorjahr höher ausfiel, war der kaufmännischen Vorsicht geschuldet. Die Motivation für die anstehende Dividendenerhöhung dürfte u.a. in der Umstrukturierung des Aktionariats der GoingPublic Media AG liegen. Immerhin hat der Vorstand und Gründer, Markus Rieger, in 2015 sich erneut zum Unternehmen bekannt und in erheblichen Umfang die Aktien des ausgeschiedenen Aufsichtsrates und Großaktionärs Falk Strascheg übernommen, so dass sich sein Anteil an der GoingPublic AG auf 37,8% erhöhte. Das möchte finanziert, oder zumindest angemessen verzinst werden. Wirtschaftlich gesehen ist die Dividendenerhöhung auf dann 135.000 Euro unproblematisch bei einem Gewinn in der AG von 234.000 Euro und Barmittel von 647.000 Euro, und dürfte bei gleichbleibender Geschäftsentwicklung auch ohne Sondereffekte im kommenden Jahr auf mindestens diesem Niveau zu halten sein.

Das nicht mehr ausgeschüttet wird, erklärt sich mit der tendenziell expansiv ausgerichteten Unternehmensstrategie bei GoingPublic. Sofern sich Möglichkeiten bieten, die strukturell, inhaltlich und preislich passen, ist man in München auch gewillt, Geld in die Hand zu nehmen und die Weiterentwicklung der GoingPublic Gruppe voranzutreiben. Beleg dafür ist der Erwerb der „Zeitschrift für Familienunternehmen und Stiftungen“ (FuS) vom Bundesanzeiger Verlag, welcher den Geschäftsbereich „Unternehmeredition“ bei GoingPublic stärken soll. Herausgeber bleibt die Kanzlei Hennerkes, Kirchdörfer & Lorz aus Stuttgart. Ein entsprechender Kooperationsvertrag wurde geschlossen.

—–
Karsten Koos ist Vorstand der five-alive AG, Social Trader auf wikifolio.com und über das Family Office "five-alive" Anteilseigner der GSC Holding AG.

Der hier angebotene Beitrag dient ausschließlich der Information und stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Er ist weder explizit noch implizit als Zusicherung einer bestimmten Kursentwicklung der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren birgt Risiken, die zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die Informationen ersetzen keine, auf die individuellen Bedürfnisse ausgerichtete, fachkundige Anlageberatung. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden wird weder ausdrücklich noch stillschweigend übernommen.

Der Autor, oder ihm nahestehende Personen oder Institutionen halten derzeit Aktien der oben genannten Unternehmen oder planen ggf. entsprechende Transaktionen.

26.03.2016
18:42
 

Frohe Ostern

Wir wünschen allen Kunden, Aktionären und Freunden von GSC Research schöne Feiertage. Genießen Sie die Zeit im Kreis Ihrer Lieben.

Ihr GSC Research-Team

25.02.2016
19:48
 

investFeed | Börsenblog für Bares

Ob Crowdfunding, Social Trading, FinTech oder Bank 3.0 – die finanzielle Revolution hat viele Namen und noch mehr Protagonisten. Einen davon, die Österreichische wikifolio Financial Technologies AG wurde an dieser Stelle bereits näher betrachtet. Heute soll die in New York beheimatet investFeed im Fokus stehen.

Via investFeed.com können private, wie professionelle Investoren ihre Markterwartungen und Kommentare via Kurznachricht oder Fachartikel veröffentlichen und sich so eine Fan-Gemeinde aufbauen oder sich mit anderen Tradern austauschen. Das Ganze erinnert an eine Kombination aus StockTwits (Börsen Kurznachrichten à la twitter) und Seeking Alpha (Fachartikel/Analysen), nur dass es hier noch eine interessante kommerzielle Komponente gibt.

Der Blogger bekommt Bares

Anders als bei Seeking Alpha, wo man für kommerziell veröffentlichte Artikel je nach Klick-Anzahl bezahlt wird, baut man sich bei investFeed seine Leserschaft selber auf und kann den Preis für das „Research-Abo“ selber bestimmen. Die Fans oder „Followers“ können dann wählen, ob sie zu dem festgesetzten Preis den einen oder anderen Blogger bzw. Schreiber folgen wollen. Die „Abos“ sind kurzfristig kündbar und kosten in der Regel zwischen 0,90 und 20,00 US-Dollar/Monat. Man kommt also schon mit kleinen Summen zum Zuge.

Sicherheit und Performance

Der Sicherheitsgedanke ist auch bei investFeed nicht fern. So kann man die einzelnen Beiträge, wie auch die Blogger an sich, bewerten. Außerdem gibt es für jeden Nutzer ein öffentliches Musterdepot. Hier kann (kein MUSS) der Trader/Blogger je nach positiver oder negativer Kommentierung die entsprechenden Werte mit dem aktuellen Kurs eingeben und später die Position wieder auflösen bzw. verkaufen. Leerverkäufe sollten sich so auch darstellen lassen. Potentielle Abonnenten oder Follower können hier sehen, wie hoch die Trefferquote bei realisierten und nicht realisierten (Buchgewinn) Transaktionen ist, und welche Gesamtperformance der Trader oder Blogger bisher erzielt hat.

Web und App

Elementarer Bestandteil von investFeed sind die Invest- bzw. Newsfeeds – also die Blogbeiträge und Reserachartikel, welche automatisch an die entsprechenden Konten bei twitter, facebook und LinkedIn weitergeleitet werden können. Eine adäquate Suchfunktion für Aktien und Nutzerprofile fehlt ebenso wenig, wie die Versorgung mit Aktienkursen und skalierbaren Charts. Alles in allem findet man unter investFeed.com eine funktionale und aufgeräumt übersichtliche Webseite. Und was noch fehlt ist schon in der Mache. So sollen demnächst noch weitere Märkte folgen, da man derzeit nur den US-Markt zu Auswahl hat. Eine App für Apple und Android ist schon im User-Test und wird ebenfalls in Kürze folgen.

Das FinTech Startup

Das New Yorker FinTech Startup investFeed entspringt einer Idee von Ronald Chernesky und Andrew Freedman. Ron Chernesky, CEO und Mitbegründer von investFeed, war zuvor Händler an der New York Stock Exchange und Entwicklungschef bei der World Trade Financial Group, wo er auf Drew Freedman, CTO und Mitbegründer von investFeed, traf. Beide sind Mitbegründer der FinTechs Thinking Alpha und Dark Pool Traders, und können so auf eine profunde Erfahrung als Startup Unternehmer im FinTech-Bereich verweisen.

Das Social Investing Startup investFeed sucht derzeit Seed Investoren und Business Angels um die Reichweite von investFeed auszuweiten und weitere technische Features zu integrieren. Eine entsprechende Fundraising-Runde läuft derzeit auf der Crowdfunding Plattform Crowdfunder. Nach eigenen Angaben hat investFeed derzeit rund 15.000 registrierte Nutzer aus 20 Ländern und kommt auf 150.000 live Beiträge – und es werden täglich mehr.

Über den Autor:

Karsten Koos ist Vorstand der five-alive AG, Social Trader auf wikifolio.com und über das Family Office "five-alive" Anteilseigner der GSC Holding AG.

 

10.02.2016
15:51
 

GoingPublic | es tut sich was

Es tut sich was bei GoingPublic. Erst wird zum Jahreswechsel auf Xetra der Kurs der sonst eher illiquiden Aktie auf knapp drei Euro gehievt, um dann unter hohen Umsätzen (rund 3% aller ausgegebenen Aktien) am zweiten Handelstag des neuen Jahres um elf Prozent auf 2,65 Euro in die Tiefe zu rauschen. Und dann meldet die Gesellschaft Mitte Januar, dass sie ihr unter Bondguide geführtes Anleihegeschäft durch ein MBO an den bisherigen Chefredakteur Falko Bozicevic ausgliedert.

GoingPublic hält künftig nur noch 25 Prozent am Bondguide. Ein Schritt, der rein wirtschaftlich begründet sein dürfte, wurde Bondguide doch bei zurückliegenden Präsentationen gern als Paradebeispiel für die strategische Wandlung vom Print-Medienhaus zum Multimediaanbieter herangezogen. Ob es sich beim Bondguide-Deal um einen "Notverkauf" handelt, um die Bilanz zu retten oder wenigstens die Dividendenfähigkeit zu erhalten, oder doch um eine strategische Überlegung, werden die nächsten Zahlen zeigen, die zur Veröffentlichung anstehen. Ein Publikationsdatum für etwaige Quartalszahlen ist der Webseite von Going Public jedoch noch nicht zu entnehmen. Dafür fällt bei einem Besuch der Webseite "goingpublic.de" auf, dass es kaum Fremdwerbung gibt und fast alle GoingPublic Magazine zum gratis Download bereitstehen. Ein interessantes Geschäftsmodell. Immerhin verfahren andere Blätter des Hauses in dieser Hinsicht anders.

Nach dem der Bondguide Chefredakteur nun via MBO von Bord ging, auch wenn er dem Hause durch einen Kooperationsvertrag weiter zu Verfügung steht, sei noch eine weitere Personalie am Rande erwähnt: laut seinem Xing Profil ist Andreas Potthoff wohl nicht mehr Prokurist des Verlagshauses. Wie immer man dies zu deuten hat. Man darf gespannt sein, was als nächstes folgt.

 

Über den Autor:

Karsten Koos ist Vorstand der five-alive AG, Social Trader auf wikifolio.com und über das Family Office "five-alive" Anteilseigner der GSC Holding AG.

Der hier angebotene Beitrag dient ausschließlich der Information und stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Er ist weder explizit noch implizit als Zusicherung einer bestimmten Kursentwicklung der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren birgt Risiken, die zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die Informationen ersetzen keine, auf die individuellen Bedürfnisse ausgerichtete, fachkundige Anlageberatung. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden wird weder ausdrücklich noch stillschweigend übernommen.

11.01.2016
19:50
 

Nachbesserung Novasoft AG - wann endlich zahlt CIBER?

Weder die feine englische noch die feine amerikanische Art ist die Vorgehensweise der CIBER AG, Heidelberg gegenüber den ehemaligen Aktionären der Novasoft AG. CIBER hatte die letzten ausstehenden Novasoft-Aktien im Juli 2005 im Wege eines Squeeze-Outs zum Preis von 3,89 Euro übernommen. Das beim Landgericht Mannheim anhängige Spruchstellenverfahren ist im Juli 2015 durch Beschluss beendet worden. Seitens des Gerichtes wurde die angemessene Barabfindung auf 4,45 Euro je Aktie erhöht, zudem werden Zinsen zu Gunsten der ausgeschiedenen Anteilseigner fällig.

Sehr verwunderlich ist es nun, dass trotz rechtskräftiger Beendigung des Spruchverfahrens vor nunmehr knapp 6 Monaten seitens der Hauptgesellschafterin noch immer keine Abwicklungshinweise für die Banken zur Auszahlung des Nachbesserungsbetrages bekannt gemacht worden sind. Wie wir von einigen betroffenen ehemaligen Anteilseignern erfahren haben, wurde diesen trotz vorgelegtem Nachweis der Anspruchsberechtigung bis zum heutigen Tage noch keine entsprechende Gutschrift erteilt.

Es erscheint dem außenstehenden Betrachter kaum vorstellbar dass es sich hier um versehentliche Verzögerungen in einem komplexen Gesamtkontext handelt. Immerhin ist CIBER selbst an der Börse in den USA notiert und dürfte daher mit kapitalmarktrelevanten Themen vertraut sein. Vielmehr drängt sich der ausgesprochen unerfreuliche Eindruck auf, dass hier ganz bewusst auf Zeit gespielt werden soll.

Ehemalige Anleger sollten sich direkt an die Gesellschaft wenden - Antragsschuldnerin ist die CIBER Holding GmbH, Heidelberg, Speyerer Straße 14, 69115 Heidelberg, Ansprechpartner für das Deutschlandgeschäft ist die CIBER AG, KölnTurm, Im Media Park 8, 50670 Köln, www.ciber.de - und dort die Auszahlung des ihnen zustehenden Nachbesserungsbetrages verlangen.

Möglicherweise bequemt sich das dortige Management dann endlich auch die entsprechenden Hinweise für die Banken zur automatischen Abwicklung zu veröffentlichen. Eine "positive Visitenkarte" für die in den USA notierte CIBER-Aktie ist das hiesige Verhalten gegenüber ehemaligen Eigentümern einer Konzerntochter ungeachtet der operativen Kennzahlen sicherlich auch nicht.

Alexander Langhorst

02.01.2016
19:46
 

Wir wünschen Ihnen ein gesundes neues Jahr

Ein gutes, erfolgreiches und gesundes neues Jahr 2016 wünschen wir unseren Kunden, Geschäftspartnern und Anteilseignern.

Das Team von GSC Research

24.12.2015
11:15
 

Frohe Weihnachten

Frohe Stunden und besinnliche Feiertage wünschen wir unseren Kunden, Geschäftspartnern und Anteilseignern zum Weihnachtsfest und für das neue Jahr 2016 alles Gute.

Das Team von GSC Research

22.12.2015
17:34
 

Interview - Small&MidCaps - Ausblick auf 2016

Unter dem nachfolgenden Link ( http://www.deraktionaer.tv/video/aktienexperte-langhorst-gfk-unter-druck-ferratum-an-der-sdax-spitze---das-muessen-sie-wissen-50183779.html  )  finden Sie ein aktuelles Statement von Alexander Langhorst von GSC Research in DER AKTIONÄR TV (früher DAF). In dieser Ausgabe geht es um eine aktuelle Einschätzung zu den Aktien von GfK, Ferratum, Hornbach, Ströer, Adva Optical, SMA Solar, Aixtron und Hypoport sowie den weiteren Aussichten der besprochenen Anteilsscheine aus Anlegersicht.

Weitere Interviews mit GSC bei "DER AKTIONÄR TV" (früher: DAF) können unter dem nachfolgenden Link (http://www.deraktionaer.tv/suche.html?q=langhorst) abgerufen werden.

Alexander Langhorst

Börsenalltag per Mail

Abonnieren Sie unsere Blogeinträge als Newsletter!
(* Pflichtfelder)

Abo

Datenschutzerklärung

*

Rechtliche Hinweise