01.02.2010
09:24
 

Bosch mit erstem Verlust seit dem 2. Weltkrieg

Der weltgrößte Autozulieferer Bosch hat im vergangenen Jahr wegen der eingebrochenen Fahrzeugnachfrage den ersten Verlust seit Ende des zweiten Weltkriegs eingefahren. “In keinem Geschäftsjahr seit 1945 mussten wir so heftige Rückschläge bei Umsatz und Ergebnis hinnehmen wie 2009″, sagte Bosch-Chef Franz Fehrenbach in Stuttgart. 2010 werde ebenfalls “kein einfaches Jahr”, der Konzern mit 271.000 Beschäftigten werde um ein ausgeglichenes Ergebnis kämpfen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2009 sank der Umsatz des im Stiftungsbesitz befindlichen Konzerns um 16 Prozent auf rund 38 Mrd. Euro. Der Verlust vor Steuern dürfte etwa 3  bis 4 Prozent des Umsatzes betragen. Dies wären zwischen 1,14 und 1,52 Mrd. Euro.

Nach den desaströsen Zahlen 2009 rechnet der Bosch-Chef im laufenden Jahr wieder mit einer Belebung der Geschäfte. Der größte Schwung soll dabei von den asiatischen Schwellenländern ausgehen. Die weltweite Automobilproduktion werde 2010 voraussichtlich um 10 bis 15 Prozent wachsen, in der stark geschrumpften Sparte Industrietechnik sei voraussichtlich aber erst in der zweiten Jahreshälfte eine nennenswerte Erholung zu erwarten, hieß es.

Dass die Krise noch nicht vorbei ist zeigen die weiteren Meldungen des Wochenendes:

England: GlaxoSmithKline streicht weitere 4.000 Stellen

Deutschland: Vodafone denkt über Stellenstreichungen in D nach

Deutschland: Deutsche Börse streicht 10% der Stellen

Deutschland: Siemens streicht 2.000 Stellen in Deutschland

USA: Sechs weitere Bankpleiten am vergangenen Freitag… (bislang 15 in 2010)

Die Deflationsspirale scheint sich demnach trotz der expansiven Geldpolitik der Notenbanken weiter zu drehen. Vermutet hatte ich dies schon in meinem Artikel „Die Pferde können und wollen nicht saufen…“ Mitte Oktober.

Roland Pumberger

21.01.2010
10:16
 

Wirtschaftswachstum kontra Vollbeschäftigung

Auf welche Schlagwörter stoßen Leser von Nachrichten aus Wirtschaft und Politik gerade in diesen Zeiten immer wieder. Richtig, „Arbeitsplätze sichern“, „Vollbeschäftigung“ und „Wachstum“. Dabei werden diese Schlagwörter stets nicht unabhängig voneinander beleuchtet. Nein, wenn es nach den Vorstellungen der Politiker geht, stehen die Begriffe in engem Zusammenhang zueinander. Demnach soll stetes und möglichst dynamisches Wirtschaftswachstum zur Sicherung der Beschäftigung unabkömmlich sein.

Ist dem aber wirklich so? Ist es nicht eher so, dass Wirtschaftswachstum und Arbeitslosigkeit grundsätzlich parallel ansteigen? Dies nämlich aus dem Grund, dass das Wachstum auch immer ein Stück weit mit Produktivitäts-Wachstum einhergeht.

Der n-tv her bekannte Buchautor Andreas Popp (http://www.wissensmanufaktur.net) beschreibt diesen Vorgang so: „Arbeitende Menschen produzieren Gewinne, die immer denselben Konzernbossen zufließen, die dann dieses Geld in technischen Fortschritt investieren, um danach die Menschen rauszuwerfen, die diesen Fortschritt erst möglich machten!“

Wie Andreas Popp weiter meint, bedeutet Wirtschaftswachstum nachhaltig gesehen grundsätzlich Arbeitslosigkeit. Dies wäre seiner Ansicht nach aber nicht einmal schlimm wäre, wenn man die Ziele der Ökonomie entsprechend definieren würde. „Arbeitslosigkeit als Errungenschaft“. Klingt doch gar nicht mal so schlecht, wenngleich der Begriff Arbeitslosigkeit in der deutlich überwiegenden Anzahl der Köpfe doch eher sehr negativ behaftet ist.

Wie das mit der „Arbeitslosigkeit als Errungenschaft" gehen soll, auch dazu hat Andreas Popp eine Antwort. Seiner Meinung nach ist genug Kapital vorhanden, nämlich durch die erreichte hohe Produktivität: Jedoch ist seiner Ansicht nach das daraus verdiente Kapital ungerecht verteilt.

Könnte diese ungerechte Verteilung in Verbindung mit unserem zinsbasierten Geldsystem vielleicht unter anderem ein Ansatz sein, warum sich allerorts die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter öffnet? Dass dem so ist wird ja heute auch in den Mainstream-Medien kaum mehr bestritten, nur welche Faktoren spielen in diesem Zusammenhang noch eine Rolle? Dazu vielleicht ein andermal…

Roland Pumberger

18.01.2010
15:04
 

Der Film "Gier" oder Finanzthema einmal anschaulich verpackt!

Beim typisch deutschen Otto Normalverbraucher rangiert die Beschäftigung mit Finanzthemen üblicherweise kurz hinter einem Zahnarztbesuch oder der Steuererklärung. Deswegen finde ich es toll, wenn ein Regisseur wie Dieter Wedel es jetzt wieder geschafft hat nach dem "großen Bellheim" und dem "Schattenmann" mit dem Film "Gier" (http://www.daserste.de/gier/) einen ernsten Sachverhalt satirisch, aber immer mit dem notwendigen fachlichen Tiefgang in das Fernsehen zu bringen.

Am Freitagabend lief auf dem Spartenkanal Arte in einer vorgezogenen Ausstrahlung schon einmal der Film bevor er am Mittwoch (20:15 Uhr ARD 1. Teil und am Donnerstag 20:15 2. Teil) im Hauptprogramm gezeigt wird. Gute Schauspieler (z.B. Heinz Hönig), ein interessantes  Thema und zur Abrundung schöne Aufnahmen von Südafrika (warum wird aber an dieser Stelle noch nicht verraten :-)) runden einen gelungenen Fernsehabend ab. Insofern hoffe ich, dass möglichst viele Zuschauer und vielleicht auch Sie den Film gucken, weil er die Hintergründe solcher Strukturvertriebe und die Leichtgläubigkeit vieler Deutscher in Sachen Finanzthema sehr gut beleuchtet und kritisch hinterfragt.

Nach wie vor bin ich der Überzeugung, dass ich mich in den USA mit jedem Taxifahrer oder Schuhputzer (was in keinster Weise despektierlich gemeint ist) besser über Finanzthemen und die Börse unterhalten kann als mit sehr vielen gebildeten Menschen in Deutschland.

Insofern wünsche ich gute Unterhaltung beim Film "Gier" von Dieter Wedel! Es lohnt sich!

Klaus Kränzle

13.01.2010
17:36
 

Blindbewerbung betreffs "Ich würde gerne auf Provisionsbasis Aktien pushen"

Ich habe seit gestern nachmittag darüber nachgedacht, ob ich diese Mail (anonymisiert) veröffentlichen oder (inkl. persönlicher Daten) an die BaFin weiterleiten soll. Jetzt fange ich mal mit dem ersteren an:


-------- Original Message --------
Subject: Bewerbung Aktien Promotion (12-Jan-2010 14:52)
From:    Sven W.
To:      info(at)gsc-research.de

Ich bin selbständiger Makler mit Erfahrung im Telefonmarketing und würde gerne auf Provisionsbasis Aktien Promoten (pushen).
Ist das über Sie möglich und wenn ja wie sind dann die Bedingungen?

Mit freundlichen Grüßen
Sven W.
INTERNETSEITE
TELEFONNUMMER


Schon erstaunlich, wie dreist manche Leute sind. Und dass sie nicht einmal wenigstens kurz googeln, bei WEM sie sich mit einer solchen entlarvenden Mail bewerben. Muss die pure Verzweiflung sein, angesichts der Finanzkrise.

Matthias Schrade

11.01.2010
12:27
 

Staatsverschuldung einfach erklärt

Das deutsche Staatsdefizit hat sich im Neunmonatszeitraum 2009 nahezu versechsfacht! Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherungen gaben in den ersten drei Quartalen 96,9 Mrd. Euro mehr aus als sie einnahmen, wie das Statistische Bundesamt vor wenigen Tagen mitteilte. Vor einem Jahr hatte der Fehlbetrag lediglich 17,2 Mrd. Euro betragen. Als Grund für die explodierende Staatsverschuldung wurden die enormen Kosten für die Bankenrettung, die Konjunkturpakete und die Kurzarbeit genannt.

Die Frage ist: Wo verschuldet sich der Staat? Richtig, bei den Banken. Nämlich bei genau jener Branche, die vom Staat zuvor gerettet werden musste. Genauer ausgedrückt ´verleiht´ hier jemand Geld der offensichtlich zuvor keines hatte. Und mit dem Rettungsgeld der Steuerzahler wird dem Staat in der Folge ein zinsbelasteter Kredit gewährt. Und wer bürgt dafür? Richtig, der StaatsBÜRGER...

Wie das genau abläuft kann Ihnen Erwin Pelzig mit seinem „Vortrag“ zur Staatsverschuldung besser erklären…

Roland Pumberger

05.01.2010
19:53
 

Treffen Sie uns am 16.1. auf dem Börsentag Dresden!

Haben Sie am übernächsten Wochenende schon etwas vor? Noch nicht? Dann vielleicht jetzt: Ich würde mich nämlich freuen, wenn Sie sich die Zeit nehmen, mich und einen Teil meines Teams am 16.1. persönlich kennen zu lernen - und zwar auf dem Börsentag in Dresden. 

Der Dresdner Börsentag findet statt

am:   Samstag, den 16.01.2010
um:   9.30 bis 18.00 Uhr
im:    Congress Center Dresden
         Ostra-Ufer 2
         01067 Dresden

Nähere Informationen zur Veranstaltung, eine Liste aller Aussteller und eine Anfahrhilfe finden Sie unter www.boersentag-dresden.de. Die Teilnahme am Dresdner Börsentag ist kostenlos.

Ich werde am 16.1. - zusammen mit mehreren meiner Mitarbeiter - den ganzen Tag am Stand der GSC Research GmbH anwesend sein und stehe Ihnen für Fragen rund um das Thema Nebenwerte zur Verfügung.

Wir sehen uns!

Matthias Schrade

18.12.2009
11:02
 

GSC jetzt international vertreten?

Heute bekam ich eine interessante Mail eines englischen Investor-Relations-Dienstleisters, der seine Kontakt-Datenbank aktualisierte. Das ist per se nichts Ungewöhnliches. Derartige Anfragen erreichen uns öfters. Aber lachen musste ich als ich die Adresse sah:

GSC Group
68 Pall Mall
London, SW1Y 5ES
England

Da ich - wie viele Freunde des Hauses GSC vielleicht wissen - ein großer England-Fan bin und eigentlich fast jedes Jahr mindestens einmal auf die Insel fahre habe ich natürlich sofort bei meinem Chef eine interne Bewerbung für diese mir bis heute unbekannte GSC-Niederlassung abgegeben :-)! Bei meinem nächsten London-Besuch werde ich die Adresse mal checken und schauen, ob Herr Schrade dann auch die Tür aufmacht und was sich dort hinter dem Türschild verbirgt. Ich befürchte allerdings, dass es sich lediglich um eine Namensverwandtschaft mit der deutschen GSC Research GmbH handelt http://www.gsc.com/contacts.html und ich weiterhin in Düsseldorf anstatt in der großen weiten Finanzwelt für Sie erreichbar bin!

Klaus Kränzle

16.12.2009
12:02
 

Nachdenklichkeit einer “Heuschrecke”

Es ist schon bemerkenswert, wenn Henry Kravis, seines Zeichens Gründer der Private Equity Gruppe KKR, und bis zum Platzen der Subprime-Blase neben Stephen Schwarzmann von Blackstone einer der beiden Hauptprotagonisten der Branche nunmehr in einem Gespräch mit BusinessWeek lautstark über eine die Investorenlegende Warren Buffet nachdenkt.

Wie schwierig die Situation der Branche nach wie vor ist zeigt sich nicht nur an der Vielzahl von Insolvenzen bei Beteiligungsunternehmen der Private Equity Gesellschaften, sondern auch daran dass die Einwerbung frischer Mittel sowie von Fremdkapital über die Banken nach wie vor ausgesprochen schwierig ist. Anders ist es wohl nicht zu erklären dass Kravis einräumt, dass Investor Warren Buffet gewisse Vorteile habe, die er auch für KKR schaffen wolle.

Das komplette Gespräch mit Henry Kravis finden Sie unter (http://www.businessweek.com/magazine/content/09_51/b4160038935523.htm)

Ob es wirklich gelingt, die Private-Equity-Branche bei ihren Deals weniger abhängig von der Einwerbung von Investorengeld sowie Fremdkapital von Kreditgebern zu machen, bleibt einstweilen abzuwarten, und wird in den kommenden Jahren zu beobachten sein. 

Immerhin ein erster Schritt ist bei KKR auf dem Weg bereits geplant, die KKR-Aktie soll zeitnah an die Börse gebracht werden.

Alexander Langhorst

13.12.2009
10:27
 

Es gibt gute Gründe, keine Qualität zu tanken

Manchmal dringt bei mir ja doch der sparsame Schwabe durch. So auch bei der zufällig entdeckten Aral-Bonus-Aktion "Für 6x30 Liter eine DVD", die mir schon einen meiner Lieblingsfilme eingebracht hat, für effektiv ca. 2,40 Euro bei geschätzten zwei Cent/Liter Zuschlag gegenüber Billigbenzin.

Eine zweite dürfte es allerdings wohl kaum geben. Denn Kulanz scheint nicht die Stärke der Tankstellenkette zu sein. Wie ich am Freitag schon twitterte, blieb die Kassiererin bei der Bitte um Aufrundung von 59,73 Lietern (mehr passte beim besten Willen nicht in den Tank, und der Ersatzkanister war auch schon voll) auf 60 Liter und damit zwei Stempel hart.

Nun gut, ich gab Aral noch eine zweite Chance - und tankte tags darauf die 10fache Menge der fehlenden 0,27 Liter nach, die jetzt wieder gerade so in den Tank passte. Vergebens: Auch der dann Dienst habende Kassierer berief sich auf "Regeln", die er da zu befolgen habe.

Zwar soll es Informanten zufolge in Hamburg kulanter zugehen. Da mir dies aber im Hinblick auf eine Zweit-DVD (nur bis 31.12. möglich) nicht wirklich etwas nutzt, werde ich die nächsten 80 Liter eben keine Qualität tanken. Und statt rund 100 Euro bei Aral liegenzulassen, immerhin 1,60 Euro sparen.

Matthias Schrade

09.12.2009
09:36
 

Bis 15.12. können Sie mit beeinflussen, wann Sie realisierte Verluste geltend gemacht haben wollen

Wichtig, mal prüfen: Wer im Jahr 2009 negative Kapitalerträge erzielt hat, muss bis zum 15. Dezember 2009 bei seiner Bank eine entsprechende Verlustbescheinigung beantragen, um die Verluste in der Einkommensteuererklärung 2009 mit Erträgen bei einer anderen Bank verrechnen zu können.

Ohne Anforderung der Bescheinigung, werden die Verluste von der Bank ins nächste Jahr vorgetragen und mit zukünftigen Gewinnen bankintern verrechnet. Grundsätzlich geht also auch ohne Anforderung der Bescheinigung nichts verloren.

Es besteht jedoch damit die legale Möglichkeit den Zeitpunkt der steuerlichen Geltendmachung der Verluste zu steuern. Es lohnt sich also zu prüfen, wann die Verrechnung von Verlusten steuerlich am sinnvollsten ist.

Wie immer bei Tipps zum komplizierten Thema "Steuern" sind alle Aussagen natürlich ohne Gewähr - halten Sie daher unbedingt Rücksprache mit einem Steuerberater.

Thomas Mariotti

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