31.03.2020
12:31
 

Buch zur Bankgeschichte - Deutsche Bank. Die globale Hausbank 1870-2020

Aktuell ist eine lesenswerte Publikation im Berliner Propyläen Verlag zur Deutschen Bank erschienen. Das Institut - gegründet im Frühjahr 1870 feiert in diesem Jahr seinen 150. Geburtstag. (Quelle: www.bankgeschichte.de)


"Deutsche Bank. Die globale Hausbank 1870-2020
Berlin: Propyläen Verlag, 2020, 928 Seiten, 218 Abbildungen, ISBN: 978-3-549-10016-5

Zum 150-jährigen Jubiläum haben drei namhafte, unabhängige Wirtschaftshistoriker die Geschichte der Deutschen Bank neu untersucht. Werner Plumpe von der Goethe-Universität in Frankfurt nimmt die Phase der ersten Globalisierung von der Gründung 1870 bis zum Ersten Weltkrieg in den Blick. In dem langen Zeitraum von 1914 und 1989 war unser Geschäft stark von nationalen Rahmenbedingungen geprägt, wie Alexander Nützenadel von der Berliner Humboldt-Universität festgestellt hat. Die in Oxford lehrende Catherine R. Schenk beschreibt erstmals die Entwicklung von der Morgan-Grenfell-Übernahme Ende 1989 bis heute."
 
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Weitere interessante Publikationen zur Geschichte der Deutschen Bank, den handelnden Personen der vergangenen bald 150 Jahre sowie sämtliche Geschäftsberichte seit 1870 als PDF-Dokument sind unter www.bankgeschichte.de verfügbar.


Alexander Langhorst

20.03.2020
11:54
 

Coronavirus legt HV-Saison vorerst lahm

Die aktuelle Corona-Lage führt zu flächendeckenden Veranstaltungsverboten, die je nach Bundesland teilweise bis zum 15.06.2020 (Baden-Württemberg) reichen. Dadurch werden in den kommenden Wochen wohl mehrere hundert Hauptversammlungen nicht am vorgesehenen Termin stattfinden können.

In Ermangelung der Versammlung wird jedoch auch kein Beschluss über die etwaige Verwendung des Bilanzgewinns möglich sein, so dass auch die von vielen Anlegern erhofften Dividendenzahlungen zunächst ersteinmal nicht kommen werden.

Einen guten und lesenswerten Überblick über die aktuelle Diskussion um hier Lösungen zu finden, bietet der folgende Beitrag im "manager magazin":

Corona-Krise zerschießt Hauptversammlungssaison Konzerne ohne Beschlüsse - Aktionäre ohne Dividende 

Neben einer kurzfristigen Sonderregelung für dieses Jahr, bietet sich auch ein Blick auf § 59 AktG an. Hier wird die Möglichkeit eingeräumt, in der Satzung festzulegen, dass Vorstand und Aufsichtrat einen Abschlag auf den Bilanzgewinn leisten.

Hier der komplette Gesetzeswortlaut:

§ 59 Abschlagszahlung auf den Bilanzgewinn

(1) Die Satzung kann den Vorstand ermächtigen, nach Ablauf des Geschäftsjahrs auf den voraussichtlichen Bilanzgewinn einen Abschlag an die Aktionäre zu zahlen.

(2) 1Der Vorstand darf einen Abschlag nur zahlen, wenn ein vorläufiger Abschluß für das vergangene Geschäftsjahr einen Jahresüberschuß ergibt. 2Als Abschlag darf höchstens die Hälfte des Betrags gezahlt werden, der von dem Jahresüberschuß nach Abzug der Beträge verbleibt, die nach Gesetz oder Satzung in Gewinnrücklagen einzustellen sind. 3Außerdem darf der Abschlag nicht die Hälfte des vorjährigen Bilanzgewinns übersteigen.

(3) Die Zahlung eines Abschlags bedarf der Zustimmung des Aufsichtsrats.

Natürlich ist eine Verfahrensweise unter Berufung auf § 59 AktG nur möglich wenn dies bereits in der Satzung des Unternehmens verankert ist. Es wäre im Interesse der Anleger sehr wünschenswert, wenn man sich mit Blick auf die Erfahrungen der vergangenen Tage und Wochen auf etwaige Wiederholungen solcher Vorfälle einrichtet.

 

Alexander Langhorst

15.01.2020
18:17
 

Das Geheimnis der Freiheit - Fernsehfilm über Berthold Beitz

Eine sehenswerten Fernsehfilm hat die ARD jüngst Berthold Beitz - dem langjährigen "starken Mann" im Krupp-Konzern - gewidmet.

In der Sendungsbeschreibung heißt es: "Wer kennt Berthold Beitz? Immer weniger Menschen. Dabei hat er wie kaum ein anderer die Geschichte Deutschlands geprägt, sei es als führender Industriemanager von Krupp oder als Retter zahlreicher Jüdinnen und Juden während des Nationalsozialismus.

Ein Jahrhundertleben, das man in großem Bilderbogen erzählen könnte. Doch das fiktionale Porträt von Beitz wird hier als eindringliche Nahaufnahme, als Duell zwischen zwei ungleichen Männern erzählt: Berthold Beitz, Aufsteiger, Macher, Sonnyboy und Golo Mann, Großbürger, Historiker, zaudernder Melancholiker. Die Begegnungen der beiden in den Jahren 1973 – 1981 im Rahmen eines Buchprojekts, für das der eine den anderen beauftragt, entwickeln sich bald zu einem regelrechten Duell. Wie geht man mit deutscher Vergangenheit, wie mit dem eigenen Erbe um?

Beitz und Mann haben eines gemeinsam: Sie sind Nachfolger. Golo Mann als Sohn des Dichterfürsten, mit seinem gebrochenen Verhältnis zum Vater. Berthold Beitz, als Ziehsohn von Alfried Krupp, dem letzten Stahlkönig, den Beitz verherrlicht und dem er durch ein Buch aus Golo Manns Feder, ein Denkmal setzen möchte. Doch anstelle von Krupp tritt in der Begegnung der beiden allmählich der Auftraggeber selbst ins Zentrum der Betrachtung.

In kaum einer Biografie spiegelt sich die Ambivalenz deutscher Nachkriegsgeschichte deutlicher als in der von Berthold Beitz. Wie kann jemand, der im Nationalsozialismus unzähligen Juden das Leben gerettet hat, in der Bundesrepublik mit den Tätern von damals kooperieren und sie sogar verteidigen? Für Golo Mann ein Rätsel voller Widersprüche, dem er auf den Grund gehen will. "

Der Fernsehfilm ist in der ARD Mediathek über den folgenden Link in der ARD-Mediathek abrufbar.

Alexander Langhorst



29.12.2019
14:52
 

Alles Gute für 2020!

Wir wünschen unseren Kunden, Geschäftspartnern und Anteilseignern einen guten Rutsch und ein gutes, erfolgreiches und gesundes neues Jahr 2020.

Das Team von GSC Research

24.12.2019
14:51
 

Frohe Weihnachten

Frohe Stunden und besinnliche Feiertage wünschen wir unseren Kunden, Geschäftspartnern und Anteilseignern zum Weihnachtsfest und für das neue Jahr 2020 alles Gute.

Das Team von GSC Research

22.12.2019
17:32
 

SdK veröffentlicht das "Schwarzbuch Börse 2019"

Die SdK - Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V. (www.sdk.org) hat jüngst das neue Schwazbuch Börse 2018 veröffentlicht. Interessierten Anlegern empfehlen wir die nachfolgend zitierte Originalpressemitteilung in der auch eine Bezugsmöglichkeit angegeben ist zur Lektüre:


"Der Neue Markt mit seinen unzähligen, vermeintlich vielversprechenden Börsengängen verprellte um die Jahrtausendwende viele Privatanleger. Doch auch in jüngster Zeit enttäuschten die inzwischen weniger zahlreichen Börsenneulinge regelmäßig, wie das diesjährige Schwarzbuch Börse zeigt, in dem auch ein langjähriger Dauerbrenner, die Reich-Gruppe, nicht fehlen darf.

Alljährlich arbeitet das Schwarzbuch Börse der SdK Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V., das im Rahmen der Publikation AnlegerLand erscheint, die dunklen Seiten des Kapitalmarkts auf. In diesem Jahr wird erneut deutlich, dass es nicht nur junge Unternehmen sind, die den Privatanlegern teils heftige Verluste bescheren, auch etablierte Firmen sorgten 2019 für kleine und größere Skandale.

Das Schwarzbuch Börse beleuchtet undurchsichtige Geschäftspraktiken, verdächtige Bilanzen und mögliche Kursmanipulationen im Detail. Neben Missständen bei einzelnen Gesellschaften befasst sich das Schwarzbuch Börse 2019 mit wissenschaftlichen Erkenntnissen zu Bilanzfälschungen und der Bankenkrise.

Viele Zitronen bei den IPOs

Früher vergab die SdK Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V. im Rahmen des Schwarzbuchs Börse die „IPO-Zitrone“ für missglückte Börsengänge eines Jahres. Mangels IPOs wurde diese Kür mit Beginn der Finanzkrise 2008 eingestellt. Doch man sollte über ein Revival der ungeliebten Auszeichnung nachdenken. Denn Kandidaten dafür gibt es einige.

Die US-amerikanischen Carsharing-Anbieter Lyft und Uber beispielsweise mischen zwar die Taxibranche gehörig auf, am Kapitalmarkt gelang ihnen das bisher aber nicht. Eher im Gegenteil. In Deutschland mussten speziell die Börsenneulinge aus dem Umfeld von Rocket Internet Federn lassen, indem ihr Aktienkurs nach dem IPO teils deutlich absackte (wie einige Jahre zuvor bereits der Kurs von Rocket Internet selbst).

Die unendliche Reich-Geschichte

Die bereits mehrfach behandelte „Reich-Gruppe“ aus Heidenheim lieferte 2019 erneut Stoff für Schlagzeilen, die Erwähnung im diesjährigen Schwarzbuch Börse finden. Eine Durchsuchung auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft München sorgte für Aufsehen, aber auch ein Ausflug ins Rotlichtmilieu: Die „Reich-Gruppe“ ist offenbar im Bordell-Gewerbe tätig, wie in diesem Jahr bekannt wurde.

Bankenkrise, die x-te

Bankenkrise und kein Ende: Die Aktienkurse der beiden deutschen Großbanken Deutsche Bank und Commerzbank erreichten im Verlauf dieses Jahr neue historische Tiefstkurse: Bei der Deutschen Bank ging es erstmals unter die Marke von 6 Euro, bei der Commerzbank unter 5 Euro.
Im Fall der Deutschen Bank war diese Entwicklung wenig verwunderlich. Das Institut wird dieses Jahr voraussichtlich den fünften Jahresverlust innerhalb der letzten sechs Jahre vorlegen. Und natürlich wurde die Deutsche Bank auch in diesem Jahr wieder vor Gericht gezerrt. Für die Commerzbank lief es nach dem Abstieg in den MDAX nicht wirklich besser. Ihr Börsenwert ist mittlerweile so stark geschrumpft, dass die Bank selbst in dem Mittelstandsindex gemessen an der Marktkapitalisierung nur noch zum Mittelfeld zählt.

Vergiftete Stimmung bei Bayer

Die diesjährige Hauptversammlung der Bayer AG zeigte einen tiefen Graben zwischen Konzernspitze und Aktionären. Die Anteilseigner sehen durch die Monsanto-Übernahme die Zukunft des Traditionskonzerns in Gefahr und verweigerten dem kompletten Vorstand die Entlastung – ein bislang einmaliger Vorgang in der Geschichte der DAX-Hauptversammlungen.

Der SdK-Vorstandsvorsitzende Daniel Bauer sagt dazu: „Eine Nicht-Entlastung hat zwar rechtlich keine unmittelbaren Folgen. Dass Vorstand und Aufsichtsrat von Bayer danach aber sofort zur Tagesordnung übergehen, als wäre nichts gewesen, empfinden wir als respektlos gegenüber den Aktionären.“

Weitere Themen im Schwarzbuch Börse 2019 sind u. a.:

• Dieselgate holt Daimler ein
• VW und TRATON lassen MAN-Aktionäre leiden
• E-Food-Markt verdirbt Delticom-Geschäft
• ÖKO-TEST in der Öko-Krise
• Kurze Halbwertszeit bei SGL-Prognosen

Das Schwarzbuch Börse erscheint als Bestandteil der Sonderausgabe „AnlegerLand 2020“. Es kann kostenpflichtig bei der SdK Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V. unter info@sdk.org oder unter 089 / 2020846-0 bestellt werden oder für 6,00 Euro an ausgewählten Bahnhofskioskverkaufsstellen in deutschen Großstädten erworben werden.

SdK Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V.

München, am 21. Dezember 2019

 

Alexander Langhorst

12.12.2019
14:24
 

Die Story im Ersten - Der Milliarden-Maurer vom Rhein

Eine sehenswerte Dokumentation hat die ARD jüngst zum Werdegang von Josef Esch ausgestrahlt.

In der Sendungsbeschreibung heißt es "Josef Esch war ein einfacher Polier. Mit List und Geschick schaffte er es bis in die höchsten Höhen des deutschen Geldadels. Für die Satire "Der König von Köln" war seine Geschichte die Vorlage, die nachfolgende Doku liefert Hintergründe."

Alexander Langhorst

07.11.2019
15:38
 

Bankgeschichte - 100. Geburtstag von Wilhelm Guth & 50 Jahre "eurocheque"

Bankgeschichte - 100. Geburtstag von Wilhelm Guth & 50 Jahre "eurocheque"

 

Eine weitere sehrlesenswerte Publikation ist aktuell von der Historischen Gesellschaft der Deutschen Bank e.V.erschienen. Der Blick in die Historie des deutschen Branchenprimus ist dabei sicherlich weitaus erfreulicher als die aktuelle Meldungslage aus den Zwillingstürmen. Der aktuelle Rundbrief befasst sich mit zum einen mit der Biographie des früheren Vorstandssprechers Wilhelm Guth anlässlich seines 100. Geburtstages sowie der Einführung des "eurocheques" vor 50 Jahren und kann hier abgerufen werden.

Weitere interessante Publikationen zur Geschichte der Deutschen Bank, den handelnden Personen der vergangenen bald 150 Jahre sowie sämtliche Geschäftsberichte seit 1870 als PDF-Dokument sind unter www.bankgeschichte.de verfügbar.

 

Alexander Langhorst

23.08.2019
10:42
 

Wirtschaftsgeschichte - DOKU - "Der Stahlbaron - Hermann Röchling"

Hier ein Hinweis auf einen sehr sehenswerten Beitrag der ARD mit dem Titel "Der Stahlbaron" der unter diesem Link abrufbar ist.

"Der Film erzählt die Geschichte des skrupellosen Stahlunternehmers Hermann Röchling, dem es immer wieder gelang, zugunsten seines Unternehmens in politische Prozesse einzugreifen. Die Familie Röchling war in der Vergangenheit u.a. auch Hauptaktionär der im MDAX notierten Rheinmetall AG."

 

Alexander Langhorst

02.07.2019
09:17
 

ARD-Doku - "Diesel-Affäre bei Audi hat offenbar weit größere Ausmaße"

Aus gegebenem Anlass ein sehr sehenswerter Beitrag der ARD zur Thematik "Diesel-Affäre" bei der Audi AG, der unter diesem Link abrufbar ist.


Diesel-Affäre bei Audi hat offenbar weit größere Ausmaße

Diesel-Affäre bei Audi hat offenbar weit größere Ausmaße Der Ingolstädter Autobauer Audi hat in der Abgasaffäre offenbar umfassender manipuliert als bislang bekannt. Das haben gemeinsame Recherchen des Bayerischen Rundfunks und des Handelsblatts ergeben. Demnach hat Audi noch bis Anfang 2018 Diesel-Modelle der Abgasnorm Euro-6 verkauft, die nicht nur eine, sondern meist vier unterschiedliche Abschalteinrichtungen nutzen. BR Recherche wertete Tausende von Dokumenten aus, die Informanten den Investigativjournalisten zugespielt hatten. Der Film zur Recherche "Der Fall Audi" wird als "Story im Ersten" am Montag, 1. Juli 2019, um 22:45 Uhr in der ARD ausgestrahlt. Weitere Sendungen in ARD und BR beschäftigen sich ebenfalls mit dem Thema. "Der Fall Audi" ist in der ARD-Mediathek nach Ausstrahlung 12 Monate abrufbar.

Die Filmautoren Arne Meyer-Fünffinger, Josef Streule und Lisa Wreschniok erhielten Einsicht in vertrauliche Protokolle und Präsentationen sowie internen Schriftverkehr. Daraus ergibt sich eine neue, weitaus größere Dimension des Abgasskandals bei Audi. Nach den Recherchen hat Audi noch bis Anfang 2018 Diesel-Modelle der Abgasnorm Euro-6 verkauft, die nicht nur eine, sondern meist vier unterschiedliche Abgasstrategien nutzen. Dadurch sind die Fahrzeuge auf dem Prüfstand sauberer als im Betrieb auf der Straße.

Abschalteinrichtungen auch bei Fahrzeugen von VW und Porsche

Betroffen sind neben verschiedenen Audi-Modellen mit 3.0 und 4.2 Liter-Motoren auch Fahrzeuge der Schwesterunternehmen VW und Porsche. Das geht aus mehreren Bescheiden hervor, die das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) von Oktober 2017 bis Januar 2018 zum Rückruf der betroffenen Dieselautos an die Autohersteller verschickt hat. Die bislang nicht öffentlichen Schreiben an Audi, Porsche und VW liegen dem Bayerischen Rundfunk vor. Sie zeigen: In den Fahrzeugen werden meist vier "Strategien" genutzt, alphabetisch aufgeschlüsselt als "Strategien" A bis D.

Das Kraftfahrt-Bundesamt stuft jeweils nur eine davon, die sogenannte "Aufwärmstrategie" als „unzulässig“ ein. Die anderen "Strategien" kann Audi „freiwillig“ entfernen. Dabei geht aus den Bescheiden hervor, dass die Flensburger Behörde bei den meisten Modellen die "Strategien" nicht selbst technisch geprüft, sondern nach "Aktenlage" entschieden hat. Audi teilt auf Anfrage von BR und Handelsblatt allgemein mit, im Rahmen der technischen Aufklärung der Dieselkrise habe man sich mit dem KBA laufend über die Analyseergebnisse ausgetauscht.

Audi-Fahrer fühlen sich getäuscht, Gutachter kritisiert KBA und Politik

Die Öffentlichkeit wurde bisher durch das dem KBA übergeordnete Bundesverkehrsministerium nur über eine Abschalteinrichtung in den zurückgerufenen Euro-6-Diesel-Modellen von Audi informiert. Audi-Fahrer von betroffenen Fahrzeugen, denen die BR-Reporter den nicht öffentlichen Bescheid gezeigt haben, fühlen sich getäuscht.

Der Jurist Prof. Martin Führ von der Hochschule Darmstadt war Gutachter im Untersuchungsausschuss zum Abgasskandal des Deutschen Bundestages. Er kritisiert das Vorgehen von KBA und Politik, denn es verschaffe Audi womöglich einen großen Vorteil: "Das Unternehmen ist deswegen günstiger gestellt, weil eben nicht klar ausgesprochen ist, dass in vier Fällen ein rechtswidriges Verhalten vorlag, sondern nur in einem. Damit steht man zunächst mal vor den Zivilgerichten günstiger da."

Auf Anfrage von BR und Handelsblatt antwortet das Bundesverkehrsministerium vage, es würden "fortlaufend Fahrzeuge deutscher und internationaler Hersteller untersucht und – falls notwendig – die erforderlichen Maßnahmen durch das KBA konsequent ergriffen".

Ermittelnde Staatsanwaltschaft sah sich zeitweise durch Kraftfahrt-Bundesamt behindert

Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt im Dieselskandal bei Audi aktuell gegen 27 Beschuldigte. Aus den vertraulichen Unterlagen zu Audi, die die Filmautoren ausgewertet haben, geht hervor, dass die Staatsanwaltschaft ihre Arbeit durch das Kraftfahrt-Bundesamt zwischenzeitlich sogar behindert sah und harte Sanktionen in Aussicht stellte. Konkret hatte ein Staatsanwalt das KBA aufgefordert, bei Erkenntnissen über illegale Abschalteinrichtungen unmittelbar informiert zu werden – noch bevor Audi oder VW informiert werden. Später erfuhr er jedoch aus den Medien, dass das KBA wegen einer unzulässigen Abschalteinrichtung den Rückruf von Audi-Dieselmodellen veranlasst hatte. Daraufhin wandte er sich mehrfach schriftlich an den KBA-Präsidenten und wies darauf hin, "dass eine nur eingeschränkte Kooperation mit den Strafverfolgungsbehörden (…) den Straftatbestand der (mindestens versuchten) Strafvereitelung erfüllen kann".

Der Film "Der Fall Audi" gibt anhand der internen Dokumente auch Einblick, wie die Diesel-Manipulationen bei Audi begannen und welche Rolle die Unternehmenskultur dabei gespielt hat. Ein Insider, der anonym bleiben will, berichtet von großem Druck, der im VW-Konzern herrschte: "Scheitern ist nicht vorgesehen. Das ist keine Option. Und wenn es passiert, sieht jeder zu, dass er es nicht gewesen ist, weil man weiß, was die Konsequenzen für einen persönlich sind. Im Zweifelsfall waren diejenigen nicht mehr lange da."

 

 

Alexander Langhorst

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